Dr. Mark Benecke – Hitler´s Schädel

Bei der Untersuchung eines Schädels ist Genauigkeit gefragt. Benecke demonstriert das in seinem Kölner Labor an einem Exemplar, das definitiv nicht zu Hitler gehörte.

Irgendwann auf dieser Reise, die an irren Momenten nicht arm war, hatte der Kameramann einen besonders verrückten Einfall. Das Filmteam war nach Moskau gekommen, um eine Dokumentation darüber zu drehen, wie der deutsche Kriminalbiologe Mark Benecke die angeblichen Überreste Adolf Hitlers untersucht. Benecke und das Team hatten schon eine skurrile Begegnung mit einer Archivarin hinter sich, die Hitlers angeblichen Schädelknochen jahrelang in einem Schrank verstauben ließ, als sie im Archiv des russischen Inlandsgeheimdienstes (FSB) ankamen, um noch Teile eines Kiefers in Augenschein zu nehmen. Und als sie da zwischen lauter altem Nazi-Plunder aus dem Führerbunker standen, fragte der Kameramann, ob er nicht mal diese Uniform dort anprobieren dürfe. Der Archivleiter hatte nichts dagegen. Also zog er die Uniform über, die, wie der Mann vom FSB anschließend versicherte, einst Joseph Goebbels getragen hatte.Mehr als zehn Jahre später erzählt Mark Benecke in seinem Labor in Köln die Anekdote noch immer mit viel Lust an der Pointe. Die Geschichte mag nicht jedermanns Humor treffen, aber der Kriminalbiologe ist da wenig zimperlich. Wie man das auch von jemandem erwartet, der von Art und Größe der Maden auf einem Leichnam auf Ort und Zeitpunkt des Todes schließt und der auch sonst seine Eigenheiten pflegt. Der ganzkörpertätowierte Spezialist für forensische Entomologie ist unter anderem auch Vorsitzender des Vereins ProTattoo und Landesvorsitzender der Satirepartei „Die Partei“ in Nordrhein-Westfalen.
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