Filmklassiker: "Marnie"

Die Sekretärin Marnie (Tippi Hedren) konnte bisher ungestraft ihrer Kleptomanie nachgehen, nach jedem Diebstahl untertauchen und ihre Identität wechseln. Als sie auch ihren neuen Arbeitgeber, den Verleger Mark Rutland (Sean Connery) zu bestehlen versucht, erwischt dieser sie auf frischer Tat. Doch Mark zeigt sie nicht an, sondern zwingt sie, ihn zu heiraten. Er ahnt noch nicht, dass Marnie tiefer gehende Probleme hat…

Tippi Hedren galt als Hitchcocks Favoritin für die in seinem Werk immer wiederkehrende Rolle der "schönen, kühlen und undurchsichtigen Blondine", nachdem Grace Kelly ihm den Rücken gekehrt hatte. Mit "Die Vögel" erreichte sie unter seiner Regie Weltruhm, aber als sie sein privates Interesse nicht erwiderte, beendete er nach "Marnie" die Zusammenarbeit.
"Marnie" ist auch der letzte gemeinsame Film Hitchcocks mit drei bewährten Mitarbeitern: dem Komponisten Bernard Herrmann (dessen Musik für sein nächstes Werk "Der zerrissene Vorhang" er ablehnte), dem Kameramann Robert Burks und dem Cutter George Tomasini.

"Jahre später zeigt ‚Marnie' eine intime und seltsame Anziehungskraft, die in Hitchcocks Werk einzigartig ist. Die mangelnde Struktur und die traumhafte, fast halluzinatorische Beschaffenheit des Films machen es dem Betrachter möglich, sich in seine quälerischen Emotionen einzufühlen. Im Unterschied zu seinen anderen Arbeiten verzehrt sich der Film in offenem Verlangen nach Liebe."
(Donald Spoto)
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