Berlioz Requiem

Berlioz Requiem
Samstag 27.10.2018 | 19:30 Uhr | KKL Luzern, Konzertsaal

Philharmonie Baden-Baden
Zürcher Konzertchor
Bach Collegium Zürich
Bernhard Hunziker, Tenor
Manfred Obrecht, Dirigent

Hector Berlioz
Grande Messe des Morts Op. 5

Herctor Berlioz herhielt von der Regierung den Auftrag, ein Requiem für die Gefallenen der Revolution von 1830 zu schreiben. Das Werk sollte am 18. Juli 1837, dem siebten Jahrestag, im Pariser Invalidendom aufgeführt werden. Die Regierung erklärte sich bereit, die Gesamtkosten der Aufführung zu übernehmen. Berlioz hatte 500 Mitwirkende verlangt, bewilligt wurden ihm allerdings nur 430. Sein Ideal sah er in einem Orchester, für das ihm 467 Mitwirkende gerade gut genug erschienen, darunter 120 Geiger, 16 Hornisten, 30 Harfenspieler und 19 Pauker. Berlioz, für den Qualität und Quantität eng miteinander verbunden waren, fand es unwürdig, dass Beethovens Orchesterwerke damals von lediglich 30 bis 40 Musikern aufgeführt wurden.

Trotz der gewaltigen, für damalige Verhältnisse unerhörten Ausmasse des Werkes, vollen- dete Berlioz die Partitur bereits am 29. Juni und gewann so einen ganzen Monat, in dem die enorme Arbeit des Kopierens der Stimmen und der Proben zu bewältigen war. Doch schon nach drei Proben mit einzelnen Gruppen der Mitwirkenden, wurde die Aufführung zu Berlioz’ grosser Empörung unvermittelt aus politischen Gründen abgesagt. Noch im gleichen Jahr brach der Algerienkrieg aus. Am 23. Oktober eroberte General Damrémont die Stadt Constantine, kam dabei allerdings ums Leben. Die Regierung ordnete für ihn ein Staatsbegräbnis an und der Auftrag für eine Aufführung des Requiems wurde zum zweiten Mal erteilt. Wobei Berlioz diesmal seine Vorstellungen vollumfänglich durchsetzte. Die Uraufführung am 5. Dezember 1837 wurde für den Komponisten denn auch zu einem überwältigenden Erfolg und das monumentale Werk verfehlte seine Wirkung nicht. Als im "Tuba mirum", das Haupt-Orchester, die vier symbolisch nach den Himmelsrichtungen aufgestellten Seitenorchester und die 18 Pauken gleichzeitig in eine Klangfülle von enormer Lautstärke und Intensität ausbrachen, erlitten mehr als zwanzig Mitwirkende des Chors einen Zusammenbruch und unter den Zuhörern sanken die Damen reihenweise in Ohnmacht. Berlioz hatte ein Requiem in erschütternden Dimensionen mit einer Fülle neuer Klangeffekte geschrieben, einzelne Partien allerdings auch äusserst sparsam besetzt. Denn niemand wusste mehr um die Wirkung von Gegensätzen als Berlioz selbst.

Hector Berlioz starb am 8. März 1869 in Paris. Zwei Jahre vor seinem Tod schrieb er seinem Freund Ferrand: "Drohte man mir mit der Vernichtung meines gesamten Werkes, so bäte ich für eine Partitur, die Grande Messe des Morts, um Gnade."

AUFFÜHRUNGSDAUER: CA. 85 MINUTEN (KEINE PAUSE)
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