Fortbildungstag Der Tastsinn - Die drei cranialen Wirbel

Im diesjährigen Fortbildungstag werden wir zwei Themen behandeln, und miteinander verknüpfen:
*Der Tastsinn:*
Im allgemeinen Verständnis wird der Tastsinn als ein einseitige nach aussen gerichtete Sinn beschrieben, d. h. alles das, was wir mit dem Tastsinn erfahren, projizieren wir nach aussen. Als Craniosacral TherapeutInnen ist uns allerdings die Bi-Direktionalität des Tastsinnes eine tägliche Erfahrung.
Wir berühren: D. h. wir ertasten ausserhalb von uns eine Struktur – Wir werden berührt: wir lassen die Besonderheit der Struktur und insbesondere ihre Bewegungen zu uns kommen. Unser Tastsinn dient der aktiven Wahrnehmung und gleichzeitig nehmen wir an dem Wahrnehmungsprozess teil.
In der anthroposophischen Sinneslehre ist der Tastsinn ein «Innerer Sinn», d. h. der Tastsinn vermittelt ein «Inneres Erleben».
Mit einigen Vorübungen werden wir uns diese «innere Erfahrung» bewusster machen und die Bi-Direktionalität des Tastsinnes weiterhin im zweiten Teil des Fortbildungstages beobachten.
Siehe auch den Artikel "Wieso ist der Tastsinn so zentral in der Craniosacralen Therapie?" (Rudolf Merkel, 2004)
*Die drei cranialen Wirbel:*
Bereits Goethe hatte aus seinen morphologischen Studien postuliert, dass die Schädelbasis eigentlich als drei Wirbel zu verstehen ist.
Die Osteopathin Charlotte Weaver (1867 – 1964) D.O., Member of the College of Neuropsychiatrists, bekam direkt von Still den Auftrag, die Zirkulation im Kopf sowie in der Wirbelsäule zu erforschen. Im Rahmen ihre Studien entwickelte sie parallel zu Sutherland ein Craniales Konzept, welches aber nicht weiter unterrichtet worden ist. Ein wesentlicher Bestandteil von Weavers Forschung war das Konzept der drei Cranialen Wirbel, welches sie aus Embryologie sowie aus anatomischen und radiologischen Studien ableitete. Die Zentren der drei cranialen Wirbel sind: Dorsum sallae - Basis des Os sphenoidale - (SSB)- Basis des Os occipitale. Neben der SSB gibt es also noch eine zweite knorpelige Verbindung zwischen der Basis des Os sphenoidale und der Rückwand des Türkensattels.
Mit ihrer Darstellung gibt Weaver dem strukturellen und funktionellen Cranio-Konzept wesentliche Impulse, indem sie einen Zusammenhang zwischen der Entwicklung der der cranialen Wirbel und den drei Hirnblasen (Procencephalon, Metencephalon, Rhombencephalon) beschreibt. Die strukturell-funktionellen Behandlungsansätze nach Charlotte Weaver haben nicht nur eine Bedeutung für die Frühbehandlung von Säuglingen, sondern auch für die von Erwachsenen.
Mit dem Konzept der drei cranialen Wirbel erscheint auch die Spiegelung der Cranialen Wirbel in den Sacralen Wirbeln wesentlich logischer.

Voraussetzungen:
mindestens 110 Stunden Craniosacral Therapie spezifische Ausbildung
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